Erlösung und weitere technische Hirngespinste

Hier im weiten Land rotieren alle zwischen 1911 bis in alle Zukunft. No exit. Es gibt keine Erlösung aus dem weiten Land. Ich verspreche auch keine Erkenntnis. Die ist nämlich gestrichen ein für alle mal, wie ich selbst es immer schon gewesen sein werde. (Was ist jetzt mit meiner Eierspeis?)

Sie werden immer weiter reden und Antworten kriegen und dann weiter fragen, diese Menschen in diesem Land.

Arthur Schnitzler mit seiner „impertinenten Sinnlichkeit“

lässt alle einfach lustvoll verrotten. Im Keller oder auch in einem Theater.

Sucht man nach Himmelfahrten, Explosionen, Untergangsfanalen, Unterbühnen, Obermaschinerien – es finden sich immer mehr Hirngespinste. Unrealisierbar. Alles ist toxisch auf dieser grellen Bühne. Man kann sie nur abreissen, wegblasen, vielleicht mit der Axt dreinschlagen, dem Pickel arbeiten – oder niederbrennen wie damals 1904. Einzig richtig gut funktioniert der Ascheregen vorweg.

Ist Theater jetzt also das Leben oder die Lüge? Und wenn das einen Unterschied macht, was ist uns lieber? Besser das erspielte Glück oder gar keines? Besser der kritische Gedanke, der es zunichte macht, als keine Idee? Besser sich an die Wirklichkeit klammern als gar kein Theater?

Die Toten stehen wieder auf und gehen zum Applaus und in ein paar Tagen wird weiter gespielt, die neue Vorstellung, um neues Glück.

Wenn man in dieser Endlosschlaufe den Glauben nicht verlieren will, kein Zombie sein will, muss man den Widerspruch aushalten, die Gleichzeitigkeit von allem, das Mögliche, das reine Potential – und ja auch: den Schrecken der Unentschiedenheit. Das ist das höhere Level, auf dem hier gespielt werden muss, dass nämlich die Regeln immer von dem aufgestellt werden, der dran ist. – Das Gegenteil von Anarchie, das Gegenteil von Klarheit.

Und nicht mehr der tragische Konflikt macht hier den Menschen zum Menschen, sondern das Aushalten dieses permanenten schwelbrandelnden Widerspruchs, aus dem dann die Leidenschaft und das Leben wieder kommt …

Aber der grösste Widerspruch des Theaters wird immer impertinent sinnlich, wenn danach abgebaut wird (und dahinter schon der nächste wartet, wie hier z.B. „Lo stimolatore cardiaco“):

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Eine Antwort zu Erlösung und weitere technische Hirngespinste

  1. Angelo schreibt:

    Nette Hinweise! Ich werde mich damit mal genauer auseinander setzen! Bin gespannt auf weitere Posts!

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