grell dunkel

Bei Schnitzler fällt in den entscheidenden Momenten gemeinerweise immer der Vorhang. Wenn es um Sex und Gewalt geht muss der Zuschauer persönlich einspringen mit seinem Imaginationswillen.

Und was machen die Schauspieler indessen? Sie gehen in das – auf Etage Nummer 4 (Bühnenniveau) des Theater Basel, direkt bei der Bühne, gegenüber dem Inspizientenpult, also nächstgelegen zum nächsten Auftritt und neben der Maske  eigens für die „Zwischenakte“ eingerichtete, die Schattenseite des Scheinwerferlichts, das Herz der Theaterfinsternis behausende – Raucher-Kabuff und lassen es aus ihren Köpfen mächtig rauchen. Fette graue Rauschwaden entsteigen den Hirnen und wollen beim nächsten Auftritt aus dem ganzen Nebel sich gerne als Zeichen auf der Bühne manifestieren, die dann bitte auch im Zuschauerraum gelesen werden mögen.

Und manchmal, selten, kommt es vor dass die Zigarre keine Luft mehr hat, aber nur wenn der Schnitzler das so will. Und nur wenn sie vom toten Klavierspieler, dem Korsakow kommt, der ungeniessbare Gewinn einer Billardpartie, die letzte und einzige Hinterlassenschaft eines reproduzierenden Künstlers.

Für gewöhnlich werden in dieser 4 Quadratmeter-Dunkelkammer aber die entscheidenden Bilder für die Grosse Bühne entwickelt.

Vorerst verrate ich aber nur eines: nämlich unser veröffentlichtes Bild. Das sieht so aus:

Vor unserem Plakat steht man also wirklich im Licht. Das wurde heute angeliefert und wird in der nächsten Woche die Stadt Basel mit – dem Bühnenbild und den lichten Gedanken entsprechenden – Signalfarben (grell) fluten. Alles für das berühmte  Stadtgespräch.

Und weil wir Wien gerade sooo nahe sind, verabschiede ich mich für heute mit einem kleinen Chanson von Gerhard Rühm:

traurig steigt der lift empor
traurig sinkt er nieder
nachthin tönt der knaben chor
schändet man sie wieder
traurig steigt der lift empor
traurig sinkt er nieder

traurig steigt der lift empor
traurig sinkt er nieder

Morgen mehr von Herrn Rühm und was Herr Rühm mit unserem Herrn Schnitzler zu tun hat …

Euer Paul küsst die Hände

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