Samstag frühmorgens um halb elf, n.a.r.

Und mitten im Schlaf ist man aufgerufen eine Bühne zu betreten … GENIA! Es spricht der Chor der „reproduzierenden Künstler“.

Der Zuschauerraum im alten Stadttheater Basel

Und die Regiebank stellt fest: n.a.r. – no acting required. Kein Spiel, keine Szene, kein Budenzauber. Grosses Theater bedeutet nicht zwingend sich gleich gross aufzuspielen. Und auch auf der grossen Bühne kann eine kleine Geste ganz gross rauskommen. Und trotzdem ist hier alles ein grosser Traum!

Schnitzlers zentrale Herzensfiguren sind immer Schauspielerinnen –

Oh du süsses Menschenfleisch, Adele Sandrock z.B.

in den Stücken, wie in seinem Leben. Und Dichter natürlich genauso. Hier verschwimmen tatsächlich Fiktion und Realität zu einem hybriden Theater, das Theater nämlich des Halbbewusstseins. Hier kulminiert dieser Schnitzler-Kosmos: im Schauspiel. Hier wohnt die Erotik der Verführung. Hier ist alles und nichts wahr, aber alles wunderbar wirklich und grosse grosse Lust:

Wenn man diese Stücke auf der Bühne sieht, hat man das Gefühl, derjenige, der sie gemacht hat, ist auf den Brettern zu Hause und hat keinen andern Ehrgeiz, als durch das Theater zu wirken. 
Hugo von Hofmannsthal

Manchmal ist es deutlich sicherer sich im Theater aufzuhalten, als im Leben, manchmal zum Glück leider auch nicht.

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