Der Traum vom Völser Weiher / 3. Akt, Probe am 4.1., Probebühne 1


«Nenn es einen Traum, es ändert sich nichts.» (Ludwig Wittgenstein) Träume eignen sich bestens, allen Realismus über Bord zu werfen und rumzuspinnen. Licht runter und rein geht’s in eine Geisterbahn. Who is who? Kein Stein bleibt auf dem anderen, keine Figur ist, was sie vorher war. Aus Frau mach Mann, aus Tochter Mutter, erweck die Toten wieder. In einer Nouvelette hat Arthur Schnitzler von einem Mann erzählt, der plötzlich an dem Schild «Park», das vor einem Park aufgestellt ist, hängen bleibt. Warum steht es da? Kann man das nicht sehen, dass da ein Park ist? Und mit diesem Park muss er plötzlich alle Wörter in ihren Bedeutungen hinterfragen. Ist der Stuhl wirklich der Stuhl? Um sicher zu gehen, heftet er Schilder an alles, was ihm wichtig ist, den Tisch, die Kanne, an seine Kinder und seine Frau. Und schliesslich, zuletzt auch an sich selbst: «Ich». Die Wirklichkeit ist eine dünne, dünne Haut.
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